Häufige Irrtümer bei der Finanzierung über öffentliche Fördermittel – und worauf Sie achten sollten

von Markus Hübner

 

Irrtum 1: Die Hausbank muss mir doch einen Kredit geben

Ihre Bank ist einer Ihrer Geschäftspartner, genauso wie das Finanzamt und Ihre Kunden. Im Gegensatz zu ihren anderen Geschäftspartnern lebt Ihre Bank davon, an Sie Geld zu verleihen. Die Bank wird das jedoch nur dann tun, wenn Sie daran glaubt, dass dieses Geld von Ihnen auch zurückgezahlt wird. Daher ist es entscheidend, dass Sie als Antragsteller zunächst einmal Vertrauen bei Ihrer Bank aufbauen. Und dann gilt es, dieses Vertrauen während der gesamten Geschäftsverbindung aufrecht zu erhalten.

 

Die meisten Kredite werden gekündigt, weil die Bank das Vertrauen in ihren Kreditnehmer verloren hat. Denken Sie daran, die Bank wird nur dann Vertrauen haben, wenn sie sicher ist und ausreichende und positive Informationen über Sie als Unternehmer, ja als Dienstleister hat.

 

Irrtum 2: Der Mensch spielt für die Bank doch keine Rolle mehr

Im Gegenteil, der Mensch spielt die Hauptrolle! Sie als Unternehmer, als Dienstleister, sind das „Eigenkapital des Unternehmens“. Auch Banken wissen, dass nur die natürliche Person (der Mensch) letztlich derjenige ist, der ihre Kredite bedient und nicht die juristische Person (die Firma). Deshalb schauen sich die Banken den Kreditnehmer auch besonders gut an und sie beurteilen, ob sie daran glauben, dass dieser Gründer oder Jungunternehmer erfolgreich sein wird und nicht zu denjenigen gehört, die nach 5 Jahren ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen oder freiwillig beenden. 50 Prozent aller Neugründer sind nach 5 Jahren nicht mehr auf dem Markt vertreten.

Über den Autor:

Markus Hübner berät seit 2001 Existenzgründer und Jungunternehmer bei der Unternehmensgründung und
-finanzierung sowie dem -aufbau und ist Experte für die Finanzierung über öffentliche Fördermittel. Er ist ausgewählter Beratungspartner der GRENKE BANK AG in Baden-Baden, über die zinsgünstige Förderkredite – z. B. die der KfW-Mittelstandsbank – beantragt werden können.

Irrtum 3: Fördermittel sind für alle da

Rein theoretisch kann jeder Unternehmer vor und nach seiner Gründung zinsgünstige Förderkredite bekommen. Allerdings muss die schon erwähnte „Hürde“ Hausbank genommen werden. Das Wort „Kredit“ kommt aus dem Lateinischen „credere“ und kann mit Glauben/Vertrauen schenken übersetzt werden. Aber: Wie erwecken Sie in einem Banker Vertrauen?

 

Etwa, in dem Sie sich Vorlagen für Businesspläne von zwielichtigen Portalen downloaden, in denen Sie lediglich ein paar Fragen beantworten müssen und schwuppdiwupp, steht das Konzept in ein paar Minuten wie eine Fertig-Tütensuppe von Maggi?

 

Solche dilettantischen Vorlagen sind von inhaltslosen Worthülsen durchzogen, die anscheinend ein Germanist nach dem Verzehr von drei Flaschen Rotwein fabriziert hat. Hier ein paar Beispiele:

 

„Ich bin mir durchaus bewusst, dass das Thema Selbstständigkeit mit Risiken verbunden ist.“

 

oder

 

„Dem Marketing messen wir als Unternehmer in Zukunft eine besondere Rolle bei. Ein gut durchdachtes Marketing wird unser Angebot bekannt machen und Kunden von uns und unseren Leistungen überzeugen.“

 

Wer glaubt, damit lasse sich Vertrauen bei einem Geldgeber aufbauen, der täuscht sich gewaltig.

 

Einen Geldgeber überzeugen Sie mit Angaben über:

  • Unternehmensbeschreibung, allgemeine Angaben zum Vorhaben, ca. 15 - 30 Seiten
  • Innovation und Strategie: Was ist Ihr KKV (komparativer Konkurrenzvorteil) oder  neudeutsch: USP (unique selling proposition)?
  • Kundennutzen (Zielgruppe, Markt)
  • Branchenerfahrung (fachliche Kompetenz)
  • Standort (Mietpreise, Kundennähe, Infrastruktur, Konkurrenzsituation)
  • Rechtsform
  • Mittel- und langfristige Zielvorstellungen
  • Unternehmerpersönlichkeit (rhetorische Fähigkeiten, Verhandlungsgeschick, Stärken und Schwächen, Risikobereitschaft, betriebswirtschaftliche Kenntnisse)
  • Lebenslauf
  • (Gesellschaftervertrag)
  • Finanzplan (Übersicht über Eigen- und Fremdkapital)
  • Investitionsplanung (Gesamtkapitalbedarf der Gründung, einschließlich Betriebsmittel)
  • Afa-Planung (Absetzungen für Abnutzungen)
  • Kapitaldienst (Entwicklung der Zinsen und Tilgungen)
  • Sicherheiten (private und betriebliche Sicherheiten)
  • Übersicht der privaten Kosten zur Lebensführung
  • Ermittlung des Mindestumsatz (Break-Even)
  • Rentabilitätsvorschau (3 Jahre)
  • Liquiditätsvorschau (3 Jahre)

 

Niemand kann und wird Sie zwingen, einen fundierten Businessplan samt Finanzplan zu erstellen. Ihre Chancen, einen zinsgünstigen Kredit zu bekommen werden aber deutlich sinken, wenn Sie es mit weniger versuchen.

 

Irrtum 4: Der Banker nennt sich Firmenkundenbetreuer

Der Banker ist ein Verkäufer und kein Betreuer Ihres Unternehmens. Haben Sie schon einmal ein Gespräch mit einem Banker geführt, in dem nicht das Thema Lebensversicherung, Sparbriefe, Investmentfonds, Bausparvertrag usw. angesprochen wurde? Das Ziel dieser Gespräche ist der Abschluss eines Vertrages. Und dann bekommt dieser Verkäufer – nein, es muss heißen Firmenkundenbetreuer – seine (verdiente) Provision, die er ganz oder teilweise altruistisch an seinem Arbeitgeber abführt. Schließlich ist er ja auch derjenige, der dem angestellten Banker Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub mit Anspruch auf Frühbucherrabatt ermöglicht.

 

Denken Sie immer daran, dass der Banker nicht Ihre unternehmerischen Aktivitäten betreut, sondern nur auf ihr Geld bzw. auf die planmäßigen Rückzahlungen Ihrer Verbindlichkeiten aufpasst. Der Banker ist per se gar nicht in der Lage zu überprüfen, ob Sie ein guter oder schlechter Entrepreneur sind. Er will nur eines wissen: Kann dieser Unternehmer jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen?

 

Worauf Sie bei der Finanzierung über öffentliche Fördermittel achten sollten

 

In dubio pro reo

Nun muss man die Banker aber auch verstehen. Jeder Angestellter einer Bank wäre ein schlechter, wenn er nicht die eigenen Kredite verkauft, sondern die staatlichen zinsgünstigen Kredite, z. B. das StartGeld der KfW-Mittelstandsbank, bei denen die Hausbanken wenig verdienen. Eine Bank ist ein Unternehmen wie jedes andere, dessen Produkt das Geld-Verleihen ist. Warum sollte ein Unternehmen freiwillig schlechte Geschäfte machen? Würden Sie das tun?

 

Alternativen zum Hausbankprinzip

Zum Glück gibt es für Gründer und Jungunternehmer mittlerweile Alternativen zum Hausbankprinzip. Die Privatbank GRENKE BANK AG mit Sitz in Baden-Baden hat sich auf das bundesweite Förderprodukt „EPR-Gründerkredit StartGeld“ – und im Bundesland Baden-Württemberg zusätzlich auf die sogenannte „Startfinanzierung 80“ der Bürgschaftsbank BW – spezialisiert. Beide Programme sind auf einen maximalen Kreditbetrag von 100.000 Euro begrenzt.

 

Das gesamte Antragsverfahren wird über ausgewählte Beratungspartner in den jeweiligen Bundesländern abgewickelt, ein gesondertes Bankgespräch ist nicht notwendig. Voraussetzung ist natürlich weiterhin ein bankfähiger und aussagekräftiger Businessplan inklusive Finanzplanung auf 3-Jahres-Basis. Die Berater bereiten gemeinsam mit dem Gründer das Unternehmenskonzept vor und reichen die von der Förderbank geforderten Formulare mit dem Kreditantrag auf der Online-Plattform ein.

 

Das Besondere daran ist die Schnelligkeit: In der Regel erfolgt die Kreditentscheidung der GRENKE BANK AG innerhalb von 24 Stunden nach Antragstellung.

 

Üblicher Antragsablauf/Zeitraum:

  • Vorprüfung bei der Beratungspartnern
  • Businessplanerstellung oder -optimierung
  • Zusammenstellung aller notwendigen Unterlagen
  • Erstellung des Kreditantrages
  • Kreditprüfung bei der GRENKE Bank AG (24 Stunden)
  • Kreditprüfung bei KfW-Mittelstandsbank (15 Werktage)

 

Innerhalb des genannten Zeitfensters bekommt man i.d.R. nicht einmal einen Termin bei seiner eigenen Hausbank. Meine Erfahrungswerte mit Finanzierungen über die Hausbank liegen zwischen 6 und 12 Wochen(!), ehe eine Kreditentscheidung getroffen wird – ohne Berücksichtigung der Zeit der Förderbank KfW.

 

Für Gründer und Jungunternehmer, die für Ihr Vorhaben nicht mehr als 25.000 Euro benötigen, bietet die GRENKE BANK AG als Alternative zum KfW-StartGeld das hauseigene Produkt GRENKE Starterdarlehen an. Wie auch beim StartGeld kann der Kredit nur über die Beratungspartner beantragt werden.

 

Der ERP-Gründerkredit-StartGeld und das GRENKE Starterdarlehen kann bundesweit von Existenzgründern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen beantragt werden, die noch nicht länger als fünf Jahre bestehen.

 

Weitere Informationen über die GRENKE BANK AG und das Antragsverfahren finden Sie hier.

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© Dipl.-Kfm. Markus Hübner Unternehmensberatung, 2001-2018

Über den Autor:

Markus Hübner berät seit 2001 Existenzgründer und Jungunternehmer bei allen Fragen rund um Unternehmensgründung, -finanzierung und -aufbau und ist Experte für die Finanzierung über öffentliche Fördermittel. Er ist ausgewählter Beratungspartner der GRENKE BANK AG in Baden-Baden, über die zinsgünstige Förderkredite – beispielsweise die der KfW-Mittelstandsbank – beantragt werden können.