Warum Sie bei Ihrem Gründungsvorhaben mit einem qualifizierten Berater zusammenarbeiten sollten

von Markus Hübner

 

„Unternehmensberater sind Diebe – erst klauen Sie einem die Uhr, und dann sagen Sie einem für viel Geld, wie spät es ist.“

 

Wie oft wurde mir schon dieser „Witz“ an den Kopf geworfen, wenn ich allgemeingültig meine berufliche Tätigkeit vorgestellt habe.

 

Aber woher kommt das, warum haben Unternehmensberater oft keinen guten Ruf?

 

Unternehmensberater ist nicht gleich Unternehmensberater

Die Berufsbezeichnung „Unternehmensberater“ ist rechtlich nicht geschützt. Jeder, der sich berufen fühlt, darf sich Unternehmensberater nennen. Die Folge: Ein extrem großer, unübersichtlicher Markt, in dem es zu enormen Qualitätsunterschieden in der Beratung kommt. Da ist es schwierig – gerade für Existenzgründer – zu entscheiden, wer der richtige ist.

 

Dann doch lieber die kostenlosen Angebote der Industrie- und Handelskammern (IHK) oder der regionalen Wirtschaftsförderungen in Anspruch nehmen, oder? Das sind doch öffentliche Stellen, da sollte doch eine gute Beratungsarbeit und -qualität gesichert sein, oder? Oder den Steuerberater fragen, der kennt sich doch auch mit sowas aus, oder?

 

Know-that hat nichts mit Know-how zu tun

Ganz schön viel „Oder“, oder? Um es kurz zu machen: Steuerberater sind Steuerberater und können Ihnen bei Ihrer Gründung nicht wirklich weiterhelfen. Überspitzt gesagt: Wenn Sie Probleme mit den Augen haben, sollten Sie nicht zum Zahnarzt gehen.

 

Mit der IHK, den Handwerkskammern (HWK) und regionalen Wirtschaftsförderungen ist das so eine Sache. Um Kosten zu sparen, nehmen viele (Jung-)Unternehmer – und noch mehr Existenzgründer – die zumeist kostenlosen Angebote dieser öffentlichen Stellen in Anspruch.

 

Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, aber die eigene Existenz auf ein paar Gesprächen und Seminaren zu gründen, birgt ein erhebliches Risiko: Spätestens in der eigentlichen Planungs- und Gründungsphase – wenn es nicht mehr nur um die Idee geht – setzt bei Gründern oft Ratlosigkeit ein, weil sie auf Probleme stoßen, die sie im Vorfeld der Gründung nicht kannten, vernachlässigten oder deren Existenz sie kaum einschätzen bzw. voraussehen konnten oder wollten. Und ist ein Kreditantrag bei einer Bank erst einmal abgelehnt, weil z. B. bestimmte Details nicht beachtet wurden, ist es im Regelfall zu spät.

 

Spätestens dann reicht die reine Wissensvermittlung (Know-that) von IHK & Co. nicht mehr aus. Spätestens dann brauchen Gründer und (Jung-)Unternehmer die Unterstützung von Menschen mit Know-how. Ausgewiesene und kompetente Unternehmensberater kennen die Strukturen der Finanzwelt und sprechen die “Bankensprache” – u. a. deshalb sollten sie rechtzeitig und im Vorfeld hinzugezogen werden.

 

Gemeinsam mit dem Unternehmensberater Fallstricke vermeiden und Hürden überwinden

Erfahrene und kompetente Unternehmensberater helfen Gründern bereits vor der Gründung, Fehlentscheidungen zu vermeiden! Die Ziele einer Gründungs/-aufbauberatung sind:

 

  • Möglichkeiten aufzuzeigen, das Vorhaben unter Einbeziehung öffentlicher und somit zinsgünstiger Fördermittel zu finanzieren.
  • zu ermitteln, wie viel Kapital tatsächlich für das Gründungsvorhaben benötigt wird.
  • zu planen, wie die Liquidität innerhalb der ersten fünf Jahre nach Gründung sichergestellt wird.
  • die Verbesserung der geplanten Marktstrategien – dem Gründer soll insbesondere geholfen werden, seine Marktlücke zu finden.
  • Maßnahmen vorzuschlagen, die dem Gründer rechtzeitig Informationen liefern, welche ihm helfen, Fehlentscheidungen zu erkennen und zu vermeiden.

 

Neben dem Businessplan ist der Finanzplan die zweite fundamentale Arbeitsaufgabe, die jeder Existenzgründer lösen muss. Viele Gründer sind sich nicht im Klaren darüber, wie viel Geld sie tatsächlich benötigen, um die ersten kritischen Jahre zu überstehen. Durch eine vernünftige Kapitalbedarfsplanung kann die Liquidität gesichert werden, um das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.

 

Auch wenn es sich um Schätzungen handelt, wird von Gründern auch ein Szenario erwartet, das einen best- und einen worst case enthält. Was passiert, wenn die Umsätze geringer ausfallen, als erwartet? Wie kann darauf reagiert werden?

 

Durch die Fülle an Vorlagen für Business- und Finanzpläne, die sich im Internet finden, entsteht schnell der Eindruck, erfolgreich zu gründen und insbesondere zu finanzieren sei ein „Kinderspiel“. Ich kann Ihnen versichern: Das ist es nicht! Über die Hälfte aller Gründungsvorhaben in Deutschland scheitert aufgrund von Finanzierungsfehlern.

 

Gute Gründungsberatung hat ihren Preis. Aus gutem Grund

Wer sich mit Beraterleistungen und -honoraren nicht auskennt, wird bei den veranschlagten Kosten für eine Gründungsberatung vermutlich denken: So teuer? Geht das nicht auch billiger? Doch, das geht, sogar mit ziemlicher Sicherheit, denn:

 

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.”

 

Diese Erkenntnis und gleichzeitige Warnung hat der Gelehrte John Ruskin, bereits im 19. Jahrhundert formuliert – und sie gilt immer noch. Die Frage ist also: Möchten Sie „Beute” sein, wie Ruskin sagt, oder möchten Sie sich in den besten Händen wissen und erstklassige Leistungen erhalten? Erstklassige Leistungen haben immer angemessene Preise. Laut Ruskin ist es:

 

„[…] unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen [...]. Das Gesetz der Wirtschaft”, so Ruskin weiter, „verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.”

 

Besonders Existenzgründern und Jungunternehmern empfehle ich, nicht nur den Preis der Beratungsleistung zu sehen, sondern vor allem den Wert. Fragen Sie sich bitte: Was ist es Ihnen – im wahrsten Sinne des Wortes – wert, dass Sie sich mit Ihrem Vorhaben selbstständig machen können? Was ist es Ihnen wert, dass von vornherein Fehler vermieden werden, die andernfalls existenziell bedrohlich werden könnten? Was ist es Ihnen wert, von Anfang an ein gutes Gefühl zu haben und ruhig zu schlafen? Wägen Sie bitte für sich ab: Was ist eine einmalige Ausgabe – dass Beratungsleistungen bezuschusst werden können, sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt – verglichen mit der Aussicht auf dauerhafte Einnahmen?

 

Freifahrtscheine für erfolgreiche Selbstständigkeit kann Ihnen kein Unternehmensberater der Welt ausstellen. Aber: Erfahrene und kompetente Berater sind in der Lage Sie in die bestmögliche Ausgangsposition zu bringen.

 

Achten Sie bei der Auswahl eines Beraters unbedingt auf seine Erfahrung und sein Know-how. Denken Sie an den zuvor beschriebenen Unterschied zu Know-that.

 

Getreu nach dem Motto: „Wer billig kauft, kauft zwei Mal“, folgert Ruskin:

„Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.”

 

Was sind Sie sich wert?

Über den Autor:

Markus Hübner berät seit 2001 Existenzgründer und Jungunternehmer bei der Unternehmensgründung und -finanzierung sowie dem -aufbau und ist Experte für die Finanzierung über öffentliche Fördermittel. Er ist ausgewählter Beratungspartner der GRENKE BANK AG in Baden-Baden, über die zinsgünstige Förderkredite – beispielsweise die der KfW-Mittelstandsbank – beantragt werden können.

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© Dipl.-Kfm. Markus Hübner Unternehmensberatung, 2001-2017

Über den Autor:

Markus Hübner berät seit 2001 Existenzgründer und Jungunternehmer bei allen Fragen rund um Unternehmensgründung, -finanzierung und -aufbau und ist Experte für die Finanzierung über öffentliche Fördermittel. Er ist ausgewählter Beratungspartner der GRENKE BANK AG in Baden-Baden, über die zinsgünstige Förderkredite – beispielsweise die der KfW-Mittelstandsbank – beantragt werden können.